Der emsige Bauer

Ein Vers, der auch noch nach fast 40 Jahren noch seine Gültigkeit behält. Entstaubt wurde er eher als Lückenbüßer für ein Blatt der örtlichen SPD in Schleswig-Holstein, woraufhin diese Partei mächtige Kritik vom Bauernverband erhielt und sich bei jenem entschuldigen musste:

„Im Märzen der Bauer den Traktor anlässt,
und spritzet sein Ackerland emsig und fest.
Kein Räuplein, kein Kräutlein dies Gift überlebt,
dem Vöglein im Wald gar das Mäglein sich hebt.
Im Sommer der Bauer die Säcklein entleert,
und dünget die Früchte, von denen man zehrt.
Er weiß, wie man dünget, ja aus dem Effeff,
von Bayer, von Hoechst und von Basf.
Im Herbst dankt der Bauer der Tiermedizin.
Die Milch wird nicht sauer vor Penicillin.
Die Schweine sind fettarm und lang wie noch nie,
zum Ruhm und zur Ehre der Tierpharmazie.
Im Winter der Bauer sein Scheckbüchlein nimmt,
mit Weib und mit Kind den Mercedes erklimmt.
Er fährt in die Kreisstadt – er ist ja nicht dumm,
und kauft im Reformhaus – er weiß schon, warum.“

Klaus Peter Schreiner, 1979

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Bitte Sicherheitsabfrage beantworten:

Was produzieren Bienen und schmeckt auf Brot?